Koch aus Lana „strudelt“ sich in Japan zum Erfolg

Seit rund anderthalb Jahren arbeitet Andrea Strim aus Lana sehr erfolgreich als Küchenchef in zwei exklusiven Restaurants in Ureshino und Nagasaki in Japan. Als „Renner“ schlechthin hat sich sein „Südtiroler Apfelstrudel“ entpuppt, den ihm die Japaner regelrecht aus der Hand reißen.

Von Christine Losso

Ein japanischer Traum wird wahr. Der 26-jährige Küchenchef Andrea Strim aus Lana ist erstmals im Oktober 2002 auf Empfehlung nach Ureshino gekommen. Die Thermalstadt hat mit ihren 35.000 Einwohnern in etwa die Größe von Meran und liegt nicht weit von der Großstadt Nagasaki entfernt. Strim, der seit mehreren Jahren Mitglied im Südtiroler Köcheverband (SKV) ist, hatte zuerst die Koordination des Restaurants „Tre Corone“ im Fünfsterne-Hotel „The Hamilton“ in Ureshino über. Das exklusive Restaurant bietet mit seinen 45 Sitzplätzen vier verschiedene mediterrane Degustationsmenús zum Preis zwischen 50 und 300 Euro pro Menù an.

Im Frühjahr 2002 wurde Andrea Strim von Guido Orben, Chef der „Hamilton“ Hotelgruppe kontaktiert. Dieser hatte ihn beim internationalen Reiswettbewerb „Il chicco d’oro“ in Isola della Scala in Verona kennen gelernt, aus dem Strim als Wettbewerbssieger hervorging. Orben saß damals in der Jury. Und jetzt, nur anderthalb Jahre später, leitet der rührige Lanaer die Küchen in zwei Top-Hotels: Im „The Hamilton“ in Ureshino und im „The Hamilton“ in Nagasaki. In Nagasaki werden Brunchbuffets geboten, spezialisiert hat sich das Haus aber auf Catering- und Partyservices für Privatfeste. „Strim hatte vor wenigen Tagen die Gelegenheit, im Haus des italienischen Vizekonsuls in Tokyo ein großartiges kulinarisches Fest zu organisieren“, schwärmt Konrad Spinell, Geschäftsführer des Südtiroler Köcheverbands gegenüber der Tageszeitung. Nun sei seine Küchenbrigade von den anfänglichen neun, auf mittlerweile 35 Personen angewachsen und wegen seiner Sprachprobleme habe man ihm einen ausgezeichneten italienischsprechenden Mitarbeiter zur Seite delegiert.

Strims Highlight ist der „Südtiroler Apfelstrudel“, dem er in Japan zu unerwarteten Höhenflügen verholfen hat. Dank zahlreicher Degustationen in verschiedenen Städten des Landes wird der Strudel jetzt nicht mehr nur in seinen Lokalen allein serviert, sondern bereits auf Bestellung nach Hause geliefert oder per Post verschickt. Zwei Mädchen, die eigens zum Strudelmachen angelernt worden sind, haben heute täglich damit zu tun, mit der Produktion nachzukommen. Strim war auch clever genug, einen Vertrag abzuschließen, der ihm die Exklusivrechte zur Produktion der Tiroler Süßspeise in ganz Japan gewährt. Im September 2003 hatte der Jungkoch die Gelegenheit seinen Apfelstrudel live im japanischen Fernsehen vorzustellen. Zur Tradition des Landes gehört es, bei Jahresende das Essen in eine Art Holzkistchen, dem „Oseki“, zu präsentieren und diese Kistchen kosten je nach Inhalt zwischen 250 bis 900 Euro.

Auch Strim sei das Angebot gemacht worden, italienische „Oseki“ herzustellen. Und siehe da: Am 30. Dezember konnten bereits 45 Kistchen mit ausschließlich italienischen Produkten und Rezepten zu einem Preis von 750 Euro pro Stück verkauft werden. Doch speziell dem Strudel habe Strim es zu verdanken, dass er durch Fernsehauftritte und Präsenzen in Zeitschriften mittlerweile in ganz Japan zur Berühmtheit avanciert sei. „Mit großem Stolz trägt Andrea auch die SKV-Verbandskochjacke mit dem SKV-Logo und dem Südtirol-Logo, um den SKV und seine Heimat im fernen Europa auch in Japan bekannt zu machen“, zählt Spinell auf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*