Kinderheim Bal Mandir in Nepal

Im April und Mai 2011 haben wir nach 20 Jahren erstmals wieder Nepal besucht. Dort konnten wir dem Kinderheim Bal Mandir in Kathmandu 500 Euro Spendengelder übergeben.

Mehr als 20 lange Jahre waren wir nicht mehr in Nepal gewesen. Nach den tragischen Unfällen im Jahr 1990 mit den Verlusten unserer Freunde Friedl Mutschlecher und Carlo Großrubatscher bei der “Hans Kammerlander – Manaslu – Expedition”, konnte Roland Losso sich nicht mehr dazu aufraffen, jenes Land zu besuchen, das er mehrmals bereist und auf dessen Berge er gar einige Expeditionen unternommen hatte. Nun war es endlich wieder soweit. Mit vier Freunden, Harald Günther, Alexander Leitner, Helene und Marco Benini, reisten Roland und Christine Losso Mitte April 2011 zuerst nach Indien und dann nach Nepal.

Neben einem Besuch im Nationalpark Chitwan im Süden und einer Trekkingtour in das Everest Gebiet, war unser Ziel auch die “Wiederauffindung” des Kinderheimes Bal Mandir im Bezirk Naxal in Kathmandu. Über eine liebe Bekannte hatten wir davon erfahren, sie hatte uns gebeten, dort vorbeizuschauen, ob das Kinderheim nach all den politischen Turbulenzen, die Nepal in den vergangenen zehn Jahren erlebt hatte, überhaupt noch existiert und wenn ja, in welchem Zustand das Haus sich befindet und wie es den Kindern heute wohl ergeht. Wir haben das Heim im April tatsächlich ziemlich rasch ausfindig machen können. Unsere Eindrücke davon, ja von ganz Kathmandu waren erschütternd. Nepal hat sich in den letzten 20 Jahren nicht weiter- sondern zurückentwickelt.

Ganz Kathmandu ist von 9 bis 14 Uhr täglich ohne Strom. Die Regierung sei nicht in der Lage, der 1,5 Millionenstadt ausreichend “Energie” zuzuführen, so die Aussage der Nepalesen. Das zum einen. Zum anderen hängen die Stromkabel immer noch wirr und scheinbar ohne klares Konzept zwischen den Gassen herum und berühren teilweise Vordächer und andere Gegenstände. Dass es in Kathmandu überhaupt noch Strom gibt, hat uns im Prinzip schon verwundert. Doch immerhin gibt es überall wireless Internet, was selbst im hochzivilisierten Europa nicht möglich ist. Verrückte Welt. Auch tun sich Schlaglöcher auf allen Straßen der Stadt auf, und dieselbe droht mittlerweile schier im Verkehr zu ersticken. Es gibt keinerlei Verkehrskonzept, Autos, Motorräder, Rikschas, Fahrräder und Fußgänger wühlen sich in unvorstellbarem Chaos und betörendem Lärm durch die eh schon kaum zu entwirrenden engen Gassen. Dieser Regierung ist es nicht gelungen, irgendeinen Fortschritt nach Nepal zu bringen, von der Kriminalität und der Mafia abgesehen, die nun auch hier die Oberhand ergattert hat. So wie sich Kathmandu präsentiert, so zeigt sich auch das Bal Mandir in gotterbärmlichem Zustand. Wir konnten dort Bimala Knadka antreffen, die Leiterin des Heimes, die seit sechs Jahren versucht, das Haus zu so gut es geht zu führen.

Anfangs empfing sie uns etwas skeptisch, bald schon aber öffnete sie ihr Herz führte uns durch die Räumlichkeiten. Kein Wunder, wusste sie doch nicht, welch seltsames Gespann aus Südtirol hier hereingeschneit kam. Doch mir war es sehr wichtig zu wissen, herauszufinden, ob es eventuell möglich sein würde, das Heim mit unserer Organisation “hope for a better world” zu unterstützen, ohne dass Politiker, Mafia oder anderweitig korrupte Leute, ihre Hände aufhalten, um Spendengelder abzufangen. Wie so oft schon geschehen in all den Jahren, seit ich 1994 damit begonnen hatte, durch all meine Reisen ein etwas anderes Bewusstsein zu entwickeln. So musste ich mir auch hier ein Bild über die Voraussetzungen und die Zustände des Heimes machen, genau so wie ich es bei allen weiteren Projekten in den vergangenen 18 Jahren weltweit gehandhabt hatte. Bimala und zwei weitere aufgeweckte Mädchen führten uns also durch das Haus, zeigten uns Räume und die darin lebenden Kinder und Jugendlichen. Alsbald konnten wir ein durchaus positives Bild gewinnen, die Frauen, die dort für rund 6000 Nepal Rupies (ca 60 Euro) im Monat als “Mütter” für ihre Kinder “arbeiten”, waren sehr, sehr freundlich und erschienen uns liebevoll im Umgang mit ihren Schützlingen. Auch die beiden Mädchen, die eine 14, die andere 16, berichteten uns von ihrer Freude, hier leben und auswärts eine Schule besuchen zu dürfen, und auch, dass sie viel Spaß hätten.

Es gibt in Bal Mandir Babys, Kleinkinder und Jugendliche bis 18 Jahre alt. Das erschien uns schon mal ein guter Anfang, sodass sowohl wir wie auch Bimala, die zu diesem Zeitpunkt außer dass wir hier wären, um uns das Heim anzuschauen, da unsere Bekannte genau von hier aus vor etlichen Jahren zwei Kinder nach Italien adoptiert hatte, nichts weiter von den Beweggründen unseres Besuches in Erfahrung gebracht hatte.

Nach zwei Stunden im Heim waren wir überzeugt, dass wir

a) wiederkommen würden und
b) sofort eine kleine Spende übergeben wollten, die wir nur wenige Wochen zuvor bei Roland Lossos Geburtstagsfeier gesammelt hatten.

Wir konnten, trotz des heruntergekommenen Zustands des Heimes den Eindruck erhalten, dass dieses Zuhause für 350 Kinder und Jugendliche die dringende Notwendigkeit weiterzubestehen und deshalb Unterstützung braucht. Ich selbst habe an diesem Tag beschlossen, wieder zu kommen, was dann drei Wochen später, nach unserem Trekking auch geschehen ist. Zudem möchte ich mich bemühen von Südtirol aus, weitere Spenden zu mobilisieren, um Bal Mandir auch vielleicht eine Zukunft geben zu können

Spendenkonto
Wer unserer Organisation “hope for a better world” (Onlus) helfen will, damit auch wir weiterhin helfen können, ist herzlich eingeladen: Spendenkonto bei der

Volksbank Naturns IT06 K05856 586300 435711 70327
Stichwort Nepal

Vielen Dank

1 thought on “Kinderheim Bal Mandir in Nepal”

  1. Hallo,

    wir haben im Maerz 2017 Bal Mandir besucht und koennen Ihren Eindruck nur bestaetigen. Viel geaendert hat sich seither mit Sicherheit nicht. Das Patenkind meiner Frau wurde von dort adoptiert und hat in 2017 ein Praktikum im SKM Hospital in Sankhou absolviert. Mit ihr haben wir das Heim besucht. Wir hatten 450.- Euro an Spendengeldern von Verwandten und Bekannten dabei. Dies haben wir in Decken, Schulranzen und Heizlueftern investiert. Bargeld wollten wir keines da lassen.
    Zumindest ein kleiner Beitrag um das Elend der Kinder zu mildern. Allerdings haben wir es uns auch zur Aufgabe gemacht auf privater Ebene die immerhin 1200.- Dollar Schulgeld fuer die Tochter eines Scherpa, der in unserer Firma schon mehrere Kollegen u.a. auch uns begleitet hat aufzubringen. Das ist z. Zt. unser oberstes Ziel. Ich wuensche Ihnen und Ihrer Institution viel Erfolg bei Ihren Vorhaben. Die Menschen dort haben es verdient.

    Mit freundlichen Gruessen
    W. Schoenfeld

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